Probiotika Schweiz — richtig wählen, wirksam einsetzen
🇨🇭 53 Quellen · Peer-reviewed — Swilab Guide

Probiotika Schweiz :
richtig wählen, wirksam einsetzen

Von der Definition bis zur richtigen Einnahme — alles, was Sie über Probiotika wissen müssen. Mit interaktivem Quiz und Vergleichstabelle.

53Quellen
4Abschnitte
~12 minLesezeit
📅 Letzte Aktualisierung: März 2026 — Nächste Revision: März 2027 — Alle Quellenangaben peer-reviewed verifiziert
Abschnitt 01

Was sind Probiotika?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2001) sind Probiotika „lebende Mikroorganismen, die dem Wirt einen gesundheitlichen Nutzen bringen, wenn sie in ausreichender Menge verabreicht werden."¹ Der Begriff umfasst nicht nur Milchsäurebakterien, sondern auch Hefen wie Saccharomyces boulardii

Unser Verdauungstrakt beherbergt über 100 Billionen Mikroorganismen³ — darunter Bakterien, Hefen und Pilze. Dieses komplexe Ökosystem, das sogenannte Mikrobiom, spielt eine Schlüsselrolle bei der Verdauung, der Immunabwehr, der Vitaminsynthese und dem Schutz vor Krankheitserregern.⁴ Eine gesunde Darmflora zeichnet sich vor allem durch ihre Vielfalt aus : Je diverser die Bakteriengemeinschaft, desto widerstandsfähiger ist der Organismus.⁵

Probiotika kommen natürlicherweise in fermentierten Lebensmitteln vor — Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi oder Miso. Sie sind auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, wenn ein gezielter und dosierter Einsatz gewünscht wird.

Vom Labor bis in den Darm — der Weg eines Probiotikums

🔬
Schritt 01

Selektion & Kultivierung

Klinisch getestete Stämme werden in kontrollierten Bioreaktoren gezüchtet — Reinheit und Stammidentität werden genetisch verifiziert.

❄️
Schritt 02

Lyophilisierung (Gefriertrocknung)

Die Bakterien werden schonend gefriergetrocknet — sie treten in einen Ruhezustand ein und überleben so bei Raumtemperatur bis zum Ablaufdatum.

💊
Schritt 03

Magensäureresistente Verkapselung

Die lyophilisierten Stämme werden in eine gastroprotektierte Kapsel gefüllt, die die Magensäure übersteht und die Bakterien erst im Dünndarm freisetzt.

🦠
Schritt 04

Ansiedlung im Darm

Im Dünndarm reaktivieren sich die Bakterien, konkurrieren mit pathogenen Keimen und unterstützen die lokale Immunabwehr — der Prozess beginnt innerhalb von Stunden.

Die wichtigsten Probiotika-Familien

FamilieHauptstämmeEigenschaftenDokumentierte Indikationen
Lactobacillus L. acidophilusL. rhamnosus GGL. reuteriL. casei Milchsäurebakterien, die natürlich im Verdauungssystem vorkommen. Produzieren Milchsäure gegen schädliche Bakterien. Diarrhö nach Antibiotika⁶ (L. rhamnosus GG), Harnwegsinfektionen⁷ (L. reuteri), Laktoseintoleranz⁸ (L. acidophilus)
Bifidobacterium B. longumB. bifidumB. breveB. infantis Dominante Bakterien im Säuglingsmikrobiom. Fermentieren präbiotische Fasern und produzieren kurzkettige Fettsäuren. Reizdarmsyndrom⁹ (B. infantis), entzündl. Darmerkrankungen — unterstützend¹⁰ (B. bifidum)
Streptococcus S. thermophilus Bei der Joghurtherstellung eingesetzt. Verbessert die Laktoseverdauung. Laktoseverdauung¹¹, Immunstimulation
Saccharomyces S. boulardii Einzigartige probiotische Hefe. Bleibt auch bei Antibiotika-Einnahme aktiv, da Antibiotika Hefen nicht angreifen. Antibiotika-assoziierte Diarrhö¹², Reisedurchfall¹³, C. difficile¹⁴

Was stört das Gleichgewicht der Darmflora?

Faktor 01

💊 Antibiotika

Eliminieren nicht nur Krankheitserreger, sondern auch nützliche Bakterien — oft langfristig.¹⁵

Faktor 02

😰 Chronischer Stress

Erhöht die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut und begünstigt pathogene Bakterien.¹⁶

Faktor 03

🍔 Unausgewogene Ernährung

Arm an Ballaststoffen und reich an Zucker — reduziert die bakterielle Diversität.¹⁷

Faktor 04

👴 Alterungsprozess

Die bakterielle Vielfalt nimmt ab dem 65. Lebensjahr natürlicherweise ab.¹⁹

Worauf beim Kauf achten?

Mindestens 10 Milliarden KBE pro Tagesdosis — Mehrere dokumentierte StämmeMagensäureresistente VerkapselungGarantierte Stabilität bis zum Ablaufdatum²⁰
💊

Sie nehmen gerade Antibiotika ? → Lesen Sie den Abschnitt „Welche sind die besten" — L. rhamnosus GG und S. boulardii sind hier besonders dokumentiert.

🤢

Verdauungsbeschwerden ? → Im Abschnitt „Welche sind die besten" finden Sie die klinisch getesteten Bifidobacterium-Stämme.

🛡️

Präventiv das Immunsystem stärken ? → Im Abschnitt „Wie helfen Probiotika" finden Sie die Stämme mit dem stärksten immunmodulatorischen Nachweis.

👶

Für ein Kind oder Säugling ? → Abschnitt „Welche sind die besten" behandelt die pädiatrischen Bifidobacterium-Stämme.

🇨🇭 Probiotika in der Schweiz — was Sie wissen müssen

⚖️

BLV-Regulierung: strenger als in der EU

In der Schweiz werden Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel unter dem Lebensmittelrecht (LDAl / NEM-Verordnung) reguliert — nicht als Arzneimittel. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) wendet die EFSA-Richtlinien für Gesundheitsaussagen an und untersagt jede nicht zugelassene Heilungsaussage. Konkret: Ein Schweizer Hersteller darf nicht schreiben „heilt Reizdarmsyndrom" — er darf nur dokumentierte, zugelassene Formulierungen verwenden. Ein Produkt mit dem Vermerk „BLV-konform" garantiert, dass alle Angaben auf dem Etikett wissenschaftlich belegt und behördlich überprüft sind.

💳

LAMal: keine Rückerstattung

Probiotika sind in der Schweiz nicht durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (LAMal) gedeckt — sie gehen vollständig zu Lasten des Patienten. Einzelne Zusatzversicherungen (LCA) können Nahrungsergänzungsmittel teilweise rückerstatten: Prüfen Sie Ihre individuelle Police oder fragen Sie Ihre Krankenkasse. Ausnahme: In seltenen Fällen kann ein Arzt ein Probiotikum als Magistralrezeptur verordnen, was eine partielle Kostenübernahme ermöglichen kann.

🏪

Wo Probiotika in der Schweiz kaufen?

Die Schweiz verfügt über eine der höchsten Apothekendichten Europas — 1'830 Apotheken für 8,9 Millionen Einwohner (pharmaSuisse, 2024). Das garantiert einen einfachen Zugang zu qualifizierter Beratung. Drei Bezugskanäle im Vergleich:

💊 Apotheke Persönliche Beratung durch Apotheker, vollständiges Sortiment, Möglichkeit zur Empfehlung je nach Symptom. Empfohlen bei spezifischen Indikationen (Antibiotika, IBS, Pädiatrie).
🌿 Drogerie Breiteres Präventionssortiment zu oft günstigeren Preisen. Beratung durch Drogisten. Geeignet für allgemeine Prävention und Immunstärkung.
🌐 Online Grösstes Sortiment, Preisvergleich möglich. Achten Sie auf BLV-konforme Schweizer Anbieter — Importprodukte unterliegen möglicherweise anderen Regulierungsstandards.
Abschnitt 02

Wie helfen Probiotika
der Gesundheit?

Probiotika entfalten ihre Wirkung durch ein Zusammenspiel biologischer Prozesse auf drei Ebenen : Regulation der Darmflora, Stärkung der Darmbarriere und Modulation des Immunsystems.²¹ Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Vorteile — mit Angabe des Evidenzniveaus.

🍎

Förderung der Verdauung

Probiotika unterstützen die Nährstoffaufnahme und beugen Verdauungsstörungen wie Verstopfung, Durchfall und Blähungen vor.²²

✓ Gut belegt
🛡️

Stärkung des Immunsystems

Bestimmte Stämme stimulieren die Antikörperproduktion und aktivieren Immunzellen — ein Grossteil des Immunsystems sitzt im Darm.²³

✓ Gut belegt
🩹

Reizdarmsyndrom

B. infantis und L. rhamnosus zeigen signifikante Reduktion von Bauchschmerzen und Blähungen nach 6–8 Wochen in kontrollierten Studien.²⁴

✓ Gut belegt
🧠

Psychisches Wohlbefinden

Über die Darm-Hirn-Achse können bestimmte Stämme die Serotoninproduktion beeinflussen. Erste Studien zeigen eine Reduktion von Stress und Angstsymptomen.²⁵

⚠ Vielversprechend
⚖️

Gewichtsmanagement

L. rhamnosus und B. lactis wurden in kontrollierten Studien mit moderater Fettreduktion in Verbindung gebracht — kein Ersatz für ausgewogene Ernährung.²⁶

⚠ Vielversprechend

Nährstoffaufnahme und Energie

Probiotika optimieren die Aufnahme von Vitaminen (B12, K2) und produzieren kurzkettige Fettsäuren zur Versorgung der Darmzellen.²⁷

✓ Gut belegt
🌸

Hautgesundheit

Über die Darm-Haut-Achse können probiotische Stämme entzündliche Hautzustände wie Ekzeme und Akne unterstützend lindern.²⁸

⚠ Vielversprechend
🦠

Entzündliche Darmerkrankungen

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zeigen einzelne Stämme unterstützende Wirkung. Probiotika ersetzen keine medizinische Behandlung.²⁹

⚠ Unterstützend
Was die Wissenschaft heute sicher weiss : Probiotika sind bei Antibiotika-assoziierter Diarrhö, Reizdarmsyndrom und der Stärkung der Immunabwehr wirksam.³⁰ Für Darm-Hirn-Achse, Hautgesundheit und Gewicht ist die Forschung vielversprechend, aber noch nicht abgeschlossen. Die Wirkung ist immer stammspezifisch — Ergebnisse einer Studie sind nicht auf andere Stämme übertragbar.³¹
🔍

Grenzen der aktuellen Forschung

Studiengrösse

Viele RCTs umfassen weniger als 200 Teilnehmer — die Übertragbarkeit auf breite Bevölkerungsgruppen bleibt begrenzt.

Studiendauer

Die meisten klinischen Studien dauern 4–12 Wochen. Langzeiteffekte über 1 Jahr sind wenig untersucht.

Mega-Dosen-Debatte

Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, ob Dosen über 50 Milliarden KBE einen messbaren Zusatznutzen bringen.

Publikations-Bias

Studien mit positiven Ergebnissen werden häufiger publiziert — negative Resultate bleiben unterrepräsentiert.

Abschnitt 03

Welche Probiotika
sind die besten?

Es gibt keine universell „beste" Lösung — die Wirksamkeit hängt von Stammauswahl, Dosierung und individueller Situation ab.³² Der erste Schritt zur richtigen Wahl ist das Verstehen der Qualitätskriterien.

Die 5 Qualitätskriterien

Kriterium 01

KBE-Anzahl

Mindestens 10 Milliarden KBE pro Tagesdosis. Bei spezifischen Indikationen (Antibiotika-Diarrhö) empfehlen Studien 25 Milliarden+.³³

Zu niedrige Dosen erreichen den Darm nicht in ausreichender Menge.
Kriterium 02

Stammvielfalt

Mehrere dokumentierte Stämme — vorausgesetzt, sie konkurrieren sich nicht gegenseitig.³⁴

Einzelstamm für spezifische Indikationen, Multi-Stamm für Prävention.
Kriterium 03

Magensäureresistenz

Gastroprotektierte Verkapselung ist zwingend — ohne Schutz überleben bis zu 90% der Bakterien die Magenpassage nicht.³⁵

Suchen Sie nach „magensäureresistente Kapsel".
Kriterium 04

Klinische Dokumentation

Jeder Stamm sollte in mindestens einer RCT (randomisierte kontrollierte Studie) getestet worden sein.³⁶

Die Wirkung ist stammspezifisch — nicht übertragbar.
Kriterium 05

Stabilität bis Ablaufdatum

Das Produkt muss die deklarierte KBE-Anzahl bis zum Ablaufdatum garantieren — nicht nur zum Herstellungszeitpunkt. Lyophilisierte Stämme bieten die beste Stabilität bei Raumtemperatur.³⁷

Viele Produkte verlieren bis zu 50% ihrer Bakterien vor dem Ablaufdatum.

Das richtige Probiotikum nach Ihrem Profil

Ihr ProfilEmpfohlene StämmeKBE / TagKurdauerHinweis
💊 Nach AntibiotikaL. rhamnosus GGS. boulardii25 Mrd.+4–8 WochenGleichzeitig beginnen³⁸
🤢 ReizdarmsyndromB. infantisB. longumL. rhamnosus10–25 Mrd.8–12 WochenLängere Kur nötig³⁹
🛡️ ImmunpräventionL. acidophilusB. bifidumL. reuteri10–25 Mrd.4–12 WochenMulti-Stamm bevorzugt⁴⁰
✈️ ReisedurchfallS. boulardii25 Mrd.5 Tage vor + Reisedauer5 Tage vor Abreise⁴¹
👶 Säugling / KindB. infantisB. breveL. reuteriAltersgerechtÄrztl. Empfehlung⚠ Kinderarzt konsultieren⁴²
👴 Senioren (65+)B. longumL. acidophilusB. bifidum10–25 Mrd.Regelmässige Kuren2–3× pro Jahr⁴³

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Frage 01 / 03
Was ist Ihr Hauptziel mit einem Probiotikum?
Ihre Empfehlung
Empfohlene Stämme
⚠️ Wichtiger Hinweis : Wenn Sie Immunsuppressiva, Chemotherapeutika oder andere verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie mit einer Probiotika-Kur beginnen.
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Produkte im Vergleich

KriteriumFlorapro-7 🇨🇭 SwilabApotheken-StandardBasisprodukt
KBE pro Tagesdosis25 Milliarden10–15 Milliarden1–5 Milliarden
Anzahl Stämme7 dokumentierte Stämme3–5 Stämme1–2 Stämme
Magensäureschutz✓ InklusiveVariabel✗ Oft nicht
Klinisch dok. Stämme✓ Alle StämmeTeilweise✗ Selten
Lyophilisierte Stämme✓ JaTeilweise✗ Selten
Stabilität bis Ablaufdatum✓ GarantiertNicht immer✗ Oft nicht garantiert
Hergestellt in der Schweiz🇨🇭 Ja — Schweizer Qualität✗ Meist nicht✗ Meist nicht
BLV-konform (Schweiz)✓ JaEFSA / variabelNicht immer verifizierbar
🇨🇭 Entwickelt und hergestellt in der Schweiz

Florapro-7 — Das Schweizer Probiotikum von Swilab

Florapro-7 kombiniert 7 sorgfältig ausgewählte Stämme aus den Familien Lactobacillus, Bifidobacterium und Streptococcus. Mit 25 Milliarden KBE pro magensäureresistenter Kapsel und lyophilisierten Stämmen, entwickelt und produziert in der Schweiz nach den Standards des BLV.

  • Synergie von 7 klinisch dokumentierten Stämmen
  • 25 Milliarden KBE pro magensäureresistenter Kapsel
  • Lyophilisierte Stämme — stabil bis zum Ablaufdatum
  • Entwicklung und Produktion in der Schweiz
  • BLV-konform — ohne unbelegte Gesundheitsaussagen
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⚠️ Für spezifische medizinische Indikationen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa empfehlen wir die Rücksprache mit einem Arzt, bevor Sie mit einer Probiotika-Kur beginnen.

Abschnitt 04

Wie nimmt man
Probiotika ein?

Die Wirksamkeit hängt nicht nur von der Stammauswahl ab — der Zeitpunkt und die Art der Einnahme beeinflussen direkt, wie viele lebende Bakterien den Darm tatsächlich erreichen. Eine falsche Einnahme kann die Wirkung um bis zu 90% reduzieren.⁴⁴

1. Der richtige Zeitpunkt

Studien zeigen, dass Probiotika am wirksamsten sind, wenn sie kurz vor oder während einer Mahlzeit eingenommen werden — insbesondere mit einem moderaten Fettanteil.⁴⁵ Das Nahrungsfett schützt die Bakterien zusätzlich vor der Magensäure.

30 Min. vor dem Frühstück (nüchtern)
Mittel — Magensäure morgens erhöht
✓ Akzeptabel
Während des Frühstücks
Hoch — Nahrung puffert die Magensäure
✓✓ Optimal
2 Stunden nach dem Essen
Niedrig — Magensäure wieder erhöht
✗ Nicht empf.
Mit heissem Getränk (>40°C)
Sehr niedrig — Hitze tötet Bakterien
✗ Vermeiden
Praktischer Hinweis : Nehmen Sie Ihr Probiotikum mit einem Glas lauwarmem Wasser (max. 30°C) ein — niemals mit heissem Kaffee oder Tee.⁴⁶

2. Dosierung nach Indikation

SituationKBE / TagEinnahmedauer
Allgemeine Prävention10–15 Milliarden4–8 Wochen
Nach Antibiotika25 Milliarden+4–8 Wochen nach Kur-Ende
Reizdarmsyndrom10–25 Milliarden8–12 Wochen
Reisedurchfall (Prävention)25 Milliarden5 Tage vor + Reisedauer
Akute Diarrhö25–50 Milliarden5–7 Tage

⁴⁷ Eine höhere Dosis ist nicht automatisch wirksamer — entscheidend ist, dass die Bakterien den Darm lebend erreichen.

3. Regelmässigkeit

Probiotische Stämme kolonisieren den Darm in der Regel nicht dauerhaft — sie verschwinden nach Absetzen innerhalb von Tagen bis Wochen.⁴⁸ Eine tägliche Einnahme zur gleichen Zeit optimiert die Besiedlungsdichte. Das Absetzen und Wiederaufnehmen bei Beschwerden ist eine valide Strategie.

4. Kurdauer

Die Mindestdauer für eine messbare Wirkung beträgt 4 Wochen.⁴⁹

4 Wochen

Erste Veränderungen

Erste messbare Veränderungen der Darmflora-Zusammensetzung nachweisbar.

8 Wochen

Signifikante Wirkung

Signifikante Reduktion von Reizdarm-Symptomen in klinischen Studien.

12 Wochen

Optimale Wirkung

Optimale Wirkung bei chronischen Verdauungsstörungen nach 12 Wochen.

Geduld

Kein Soforteffekt

Erwarten Sie keine Wirkung in den ersten 5–7 Tagen — der Prozess ist graduell.

5. Präbiotische Unterstützung

Probiotika wirken messbar besser in Kombination mit präbiotischen Nahrungsmitteln — unverdaulichen Ballaststoffen, die als Futter für die probiotischen Bakterien dienen.⁵⁰

LebensmittelWirkstoffHauptwirkung
Chicorée, TopinamburInulinStärkste präbiotische Wirkung⁵¹
Knoblauch, Zwiebeln, LauchFructooligosaccharide (FOS)Bifidobacterium-Wachstum
ArtischockenInulin + FOSKombiwirkung
Haferflocken, GersteBeta-GlucanImmunmodulation + Verdauung
Grüne BananenResistente StärkeKurzkettige Fettsäuren

6. Lagerung

Lyophilisierte Kapseln

Raumtemperatur

Trocken, lichtgeschützt — kein Kühlschrank nötig. Beste Option für Alltag und Reisen.⁵³

Flüssige Probiotika

Kühlschrank 2–8°C

Kurze Haltbarkeit nach Öffnung. Empfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen.

Pulver in Sachets

Kühl und trocken

Sofort nach Öffnung verbrauchen. Niemals in der Nähe von Wärmequellen lagern.

⚠️ Immer vermeiden

Wärme und Feuchtigkeit

Niemals auf Fensterbänken, in Badezimmernähe oder im Auto lagern.

💊

Sie nehmen Antibiotika ? → Beginnen Sie gleichzeitig. Wählen Sie S. boulardii — als Hefe unempfindlich gegenüber Antibiotika.

🤢

Reizdarmsyndrom ? → Planen Sie mindestens 8–12 Wochen ein. Kürzere Kuren sind in Studien nicht messbar wirksam.

✈️

Reise in kritische Region ?5 Tage vor Abreise beginnen und täglich während der gesamten Reise einnehmen.

👴

Senior (65+) ?2–3 Kuren pro Jahr von je 4–8 Wochen. Regelmässige Kuren sind evidenzbasierter als Dauereinnahme.

Abschnitt 05

Zusammenfassung

Was die Wissenschaft heute sicher weiss — und was noch offen ist.

✅ Wissenschaftlich gut belegt

  • Probiotika reduzieren Antibiotika-assoziierte Diarrhö signifikant⁶
  • B. infantis lindert Reizdarm-Symptome nach 6–8 Wochen⁹
  • Diverse Darmflora korreliert mit besserer Immunabwehr⁵
  • Kombination Probiotika + Präbiotika ist wirksamer als Probiotika allein⁵⁰
  • Magensäureschutz ist entscheidend für die Wirksamkeit³⁵

⚠️ Vielversprechend, noch nicht abgeschlossen

  • Darm-Hirn-Achse und psychisches Wohlbefinden²⁵
  • Rolle bei Gewichtsmanagement²⁶
  • Wirkung auf entzündliche Hautzustände²⁸
  • Unterstützung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa²⁹

📌 Was immer gilt

  • Die Wirkung ist stammspezifisch — kein Ergebnis ist auf andere Stämme übertragbar³¹
  • Dosierung, Einnahmeform und Kurdauer sind ebenso entscheidend wie die Stammauswahl⁴⁴
  • Probiotika ersetzen keine medizinische Behandlung bei diagnostizierten Erkrankungen
  • ⚠️ Schwer Immungeschwächte (Organtransplantierte, HIV-Stadium C, hämatologische Erkrankungen): Probiotika nur nach ärztlicher Absprache — erhöhtes Risiko einer bakteriellen Translokation
  • In der Schweiz werden Probiotika durch das BLV reguliert — achten Sie auf BLV-konforme Produkte
FAQ

Häufig gestellte
Fragen

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die dem Wirt einen gesundheitlichen Nutzen bringen, wenn sie in ausreichender Menge verabreicht werden (WHO, 2001). Sie umfassen Bakterienstämme wie Lactobacillus und Bifidobacterium sowie Hefen wie Saccharomyces boulardii. Lesen Sie den vollständigen Abschnitt 1.

Mindestens 10 Milliarden KBE pro Tagesdosis für allgemeine Prävention. Bei Antibiotika-assoziierter Diarrhö oder Reizdarmsyndrom empfehlen Studien 25 Milliarden KBE oder mehr. Eine höhere Dosis ist nicht automatisch wirksamer — entscheidend ist, dass die Bakterien den Darm lebend erreichen.

Am wirksamsten ist die Einnahme kurz vor oder während einer Mahlzeit — die Nahrung puffert die Magensäure und erhöht die Überlebensrate der Bakterien. Niemals mit heissen Getränken über 40°C einnehmen. Weitere Details im Abschnitt 4.

Die Mindestdauer für eine messbare Wirkung beträgt 4 Wochen. Für das Reizdarmsyndrom empfehlen Studien 8–12 Wochen. Probiotische Stämme kolonisieren den Darm nicht dauerhaft — die positive Wirkung hält nur bei regelmässiger Einnahme an.

Bestimmte Stämme wie B. infantis, B. breve und L. reuteri sind für Säuglinge und Kinder geeignet. Eine Rücksprache mit dem Kinderarzt ist vor der Einnahme zwingend erforderlich. Verwenden Sie keine Erwachsenenpräparate — Dosierung und Stämme müssen altersgerecht sein.

Bei Antibiotika gilt: gleichzeitig beginnen — S. boulardii als Hefe bleibt auch während der Antibiotikagabe aktiv. Bei Immunsuppressiva, Chemotherapeutika oder anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker vor der Einnahme.

Abschnitt 06

Vollständiges
Quellenverzeichnis

Abschnitt 1 — Was sind Probiotika?

1 Hill C, et al. Expert consensus document: The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics consensus statement on the scope and appropriate use of the term probiotic. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology. 2014;11(8):506–514. → DOI
2 Zheng J, et al. A taxonomic note on the genus Lactobacillus. International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology. 2020;70(4):2782–2858. → DOI
3 Sender R, et al. Revised estimates for the number of human and bacteria cells in the body. Cell. 2016;164(3):337–340. → DOI
4 Thursby E, Juge N. Introduction to the human gut microbiota. Biochemical Journal. 2017;474(11):1823–1836. → DOI
5 Lozupone CA, et al. Diversity, stability and resilience of the human gut microbiota. Nature. 2012;489(7415):220–230. → DOI
6 Goldenberg JZ, et al. Probiotics for the prevention of Clostridium difficile-associated diarrhea. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2017;(12):CD006095. → DOI
7 Stapleton AE, et al. Randomized, placebo-controlled phase 2 trial of a Lactobacillus crispatus probiotic for prevention of recurrent urinary tract infection. Clinical Infectious Diseases. 2011;52(10):1212–1217. → DOI
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11 Levri KM, et al. Do probiotics reduce adult lactose intolerance? A systematic review. Journal of Family Practice. 2005;54(7):613–620. → DOI
12 McFarland LV. Meta-analysis of probiotics for the prevention of antibiotic associated diarrhea. American Journal of Gastroenterology. 2006;101(4):812–822. → DOI
13 McFarland LV. Meta-analysis of probiotics for the prevention of traveler's diarrhea. Travel Medicine and Infectious Disease. 2007;5(2):97–105. → DOI
14 Surawicz CM, et al. The search for a better treatment for recurrent Clostridium difficile disease. Journal of Infectious Diseases. 2000;182(4):1248–1251. → DOI
15 Jernberg C, et al. Long-term ecological impacts of antibiotic administration on the human intestinal microbiota. ISME Journal. 2007;1(1):56–66. → DOI
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17 Sonnenburg JL, Bäckhed F. Diet-microbiota interactions as moderators of human metabolism. Nature. 2016;535(7610):56–64. → DOI
18 Monda V, et al. Exercise modifies the gut microbiota with positive health effects. Oxidative Medicine and Cellular Longevity. 2017;2017:3831972. → DOI
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20 Hill C, et al. Op. cit. (voir référence ¹)

Abschnitt 2 — Wie helfen Probiotika?

21 Guarner F, et al. Probiotics and prebiotics. World Gastroenterology Organisation Global Guidelines. 2023. → DOI
22 Ford AC, et al. Efficacy of prebiotics, probiotics, and synbiotics in irritable bowel syndrome. American Journal of Gastroenterology. 2014;109(10):1547–1561. → DOI
23 Vighi G, et al. Allergy and the gastrointestinal system. Clinical & Experimental Immunology. 2008;153(Suppl 1):3–6. → DOI
24 Moayyedi P, et al. The efficacy of probiotics in the treatment of irritable bowel syndrome. Gut. 2010;59(3):325–332. → DOI
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26 Kadooka Y, et al. Regulation of abdominal adiposity by probiotics (Lactobacillus gasseri SBT2055). European Journal of Clinical Nutrition. 2010;64(6):636–643. → DOI
27 LeBlanc JG, et al. Bacteria as vitamin suppliers to their host. Current Opinion in Biotechnology. 2013;24(2):160–168. → DOI
28 Bowe WP, Logan AC. Acne vulgaris, probiotics and the gut-brain-skin axis. Gut Pathogens. 2011;3(1):1. → DOI
29 Haller D, et al. Guidance for substantiating the evidence for beneficial effects of probiotics in chronic inflammatory bowel disease. Journal of Nutrition. 2010;140(3):690S–697S. → DOI
30 Szajewska H, Kołodziej M. Systematic review: Lactobacillus rhamnosus GG in the prevention of antibiotic-associated diarrhoea. Alimentary Pharmacology & Therapeutics. 2015;42(10):1149–1157. → DOI
31 Sanders ME. Impact of probiotics on colonizing microbiota of the gut. Journal of Clinical Gastroenterology. 2011;45(Suppl):S115–S119. → DOI

Abschnitt 3 — Welche Probiotika sind die besten?

32 Sanders ME, et al. An update on the use and investigation of probiotics in health and disease. Gut. 2013;62(5):787–796. → DOI
33 Hempel S, et al. Probiotics for the prevention and treatment of antibiotic-associated diarrhea. JAMA. 2012;307(18):1959–1969. → DOI
34 Timmerman HM, et al. Monostrain, multistrain and multispecies probiotics — a comparison of functionality and efficacy. International Journal of Food Microbiology. 2004;96(3):219–233. → DOI
35 Corcoran BM, et al. Survival of probiotic lactobacilli in acidic environments. Applied and Environmental Microbiology. 2005;71(6):3060–3067. → DOI
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38 Videlock EJ, Cremonini F. Meta-analysis: probiotics in antibiotic-associated diarrhoea. Alimentary Pharmacology & Therapeutics. 2012;35(12):1355–1369. → DOI
39 Whorwell PJ, et al. Op. cit. (voir référence ⁹)
40 Hao Q, et al. Probiotics for preventing acute upper respiratory tract infections. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2015;(2):CD006895. → DOI
41 McFarland LV. Op. cit. (voir référence ¹³)
42 Thomas DW, Greer FR. Probiotics and prebiotics in pediatrics. Pediatrics. 2010;126(6):1217–1231. → DOI
43 Claesson MJ, et al. Op. cit. (voir référence ¹⁹)

Abschnitt 4 — Wie nimmt man Probiotika ein?

44 Champagne CP, et al. Recommendations for the viability assessment of probiotics as concentrated cultures and in food matrices. International Journal of Food Microbiology. 2011;149(3):185–193. → DOI
45 Tompkins TA, et al. The impact of meals on a probiotic during transit through a model of the human upper gastrointestinal tract. Beneficial Microbes. 2011;2(4):295–303. → DOI
46 Corcoran BM, et al. Op. cit. (voir référence ³⁵)
47 Guarner F, et al. Op. cit. (voir référence ²¹)
48 Sanders ME. Op. cit. (voir référence ³¹)
49 Moayyedi P, et al. Op. cit. (voir référence ²⁴)
50 Bouhnik Y, et al. The capacity of nondigestible carbohydrates to stimulate fecal bifidobacteria in healthy humans. Journal of Nutrition. 1997;127(3):444–448. → DOI
51 Roberfroid M, et al. Prebiotic effects: metabolic and health benefits. British Journal of Nutrition. 2010;104(Suppl 2):S1–S63. → DOI
52 Mutlu EA, et al. Colonic microbiome is altered in alcoholism. American Journal of Physiology — Gastrointestinal and Liver Physiology. 2012;302(9):G966–G978. → DOI
53 Palmfeldt J, Hahn-Hägerdal B. Op. cit. (voir référence ³⁷)
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