Welche Vorsichtsmassnahmen gelten für Nahrungsergänzungsmittel bei schwangeren Frauen in der Schweiz?
Sofort-Zusammenfassung
In der Schweiz werden für jede schwangere Frau nur drei Supplemente empfohlen: Folsäure (400 µg/Tag vor der 12. Woche), Vitamin D (600 IE/Tag) und Iod (200 bis 250 µg/Tag). Jedes weitere Supplement erfordert ärztlichen Rat.
Schlüsselfakten
Wichtigste Punkte
- Nur drei Supplemente werden in der Schweiz systematisch für die schwangere Frau empfohlen: Folsäure 400 µg/Tag bis zur 12. Woche, Vitamin D 600 IE/Tag und Iod 200 bis 250 µg/Tag über das iodierte Speisesalz (BAG).
- Eisen wird nur nach einer Blutuntersuchung eingenommen, die einen Mangel bestätigt (niedriges Ferritin und Hämoglobin). Die Meta-Analyse von Watt et al. (2025) findet keinen Nutzen einer Supplementierung bei einer Frau ohne Mangel.
- Vitamin A in Form von Retinol kann ab 3 000 µg RE/Tag (≈ 10 000 IE) fötale Fehlbildungen (teratogene Wirkung) verursachen, mit dokumentierten Schädigungen von Gesicht, Herz und Gehirn.
- Die Kumulation mehrerer Supplemente « speziell Schwangerschaft » setzt das Baby einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut und Schilddrüsenstörungen aus — Fälle, die der Anses-Ernährungswachsamkeit gemeldet wurden (Gutachten 2024).
Laut der Stiftung Folsäure Schweiz kommen jährlich 15 bis 20 Kinder in der Schweiz mit einer Spina bifida zur Welt. Diese Verschlussstörung des Neuralrohrs ist weitgehend durch 400 µg/Tag Folsäure vor der 12. Schwangerschaftswoche vermeidbar. Während der Schwangerschaft ist ein Nahrungsergänzungsmittel weder unbedenklich noch nebensächlich: Priorität hat eine gezielte und bezifferte Supplementierung, niemals eine kumulative. Die Nebenwirkungen der Nahrungsergänzungsmittel zu kennen, ist bei der schwangeren Frau wesentlich. Hochdosiertes Vitamin A, ein Iodüberschuss und bestimmte Pflanzen können fötale Fehlbildungen oder Schilddrüsenstörungen beim Neugeborenen verursachen.
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind für eine schwangere Frau in der Schweiz empfohlen oder kontraindiziert?
Welche Supplemente kann eine schwangere Frau in der Schweiz risikolos einnehmen?
Nur drei Supplementierungen sind von den Schweizer Gesundheitsbehörden für eine normale Schwangerschaft der werdenden Mutter validiert: Folsäure, Vitamin D und Iod[3]. Folsäure, als Tablette oder Kapsel erhältlich, wird in synthetischer Form mit 400 µg/Tag eingenommen, idealerweise in der Vorempfängniszeit (3 Monate vor der Empfängnis) und bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Diese empfohlene Dosis unterstützt die Entwicklung des Babys und spielt eine Schlüsselrolle bei der Prävention von Neuralrohrfehlbildungen zu Beginn der Schwangerschaft. Die Stiftung Folsäure Schweiz erinnert daran, dass eine gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung nur 200 bis 250 µg/Tag natürliche Folate liefert — nur die Hälfte des in der Schwangerschaft verdoppelten Bedarfs[2]. Vitamin D wird von der Eidgenössischen Ernährungskommission mit 600 IE/Tag empfohlen, um eine ausreichende Zufuhr zu sichern. Bei dieser Dosis erreichen über 97 % der Bevölkerung den Zielblutwert von 50 nmol/L, einschliesslich Schwangerer[4]. Iod erfolgt vor allem über das iodierte Schweizer Speisesalz (seit Januar 2014 mit 25 mg/kg angereichert). Das BLV stellt im Ernährungsbulletin 2019 fest, dass Schwangere davon nicht ausreichend konsumieren. Eine gezielte Zufuhr von 200 bis 250 µg/Tag wird daher empfohlen (WHO, übernommen von den Bundesbehörden)[1].
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind während der Schwangerschaft kontraindiziert?
Supplemente, die vorgebildetes Vitamin A (Retinol, Retinylpalmitat), Berberin oder östrogenmimetische Pflanzenextrakte enthalten, sind bei der werdenden Mutter formal kontraindiziert, sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit[8]. Vitamin A wird ab 3 000 µg RE/Tag, das heisst etwa 10 000 IE, für den Fötus toxisch (teratogene Wirkung). Diese Grenze darf bei der schwangeren Frau oder einer Frau, die schwanger werden könnte, nicht überschritten werden[9]. Eisen ohne biologisches Labor gehört nicht zu den systematischen Supplementierungen, anders als manche Schwangerschaftsvitaminmarken wie Elevit, Burgerstein oder Natalben Plus, die auf dem Schweizer Markt weit verbreitet sind, glauben machen. Die Meta-Analyse von Watt et al., veröffentlicht im Februar 2025 in Family Practice, fand keinen klinischen Nutzen bei nicht mangelernährten Schwangeren[5], und die Cochrane-Übersicht Finkelstein 2024 schliesst, dass die systematische Supplementierung die mütterliche Anämie reduziert, jedoch langfristig keinen klinischen Nutzen bei nicht mangelernährten Frauen bringt[6].
Welche Risiken birgt eine Überdosierung von Vitaminen oder Mineralstoffen in der Schwangerschaft?
Warum ist hochdosiertes Vitamin A teratogen für den Fötus?
La vitamine A préformée induit, au-delà du seuil tératogène, un syndrome malformatif spécifique touchant le système nerveux central, le cœur et la face[9]. La vitamine A en excès agit directement sur les gènes qui pilotent le développement de l’embryon dès les premières semaines, ce qui dérègle la formation des organes. L’étude Zamil et al. publiée en 2021 dans Dermatology Practical & Conceptual a analysé 49 compléments « santé de la peau » et acné vendus en ligne. 26 d’entre eux (53 %) contiennent de la vitamine A. Trois sont jugés probablement tératogènes, et quatre dépassent les besoins nutritionnels quotidiens[9]. Les soins cosmétiques au rétinol et les compléments « anti-âge » destinés au visage ou à la beauté de la peau relèvent du même mécanisme et doivent être écartés. Le CHUV recommande par précaution d’éviter de manger du foie animal, aliment naturellement riche en rétinol, pendant le premier trimestre : 100 g de foie de veau contiennent en moyenne 10 000 à 15 000 µg ER de vitamine A selon la table Ciqual de l’ANSES, soit 3 à 5 fois le seuil tératogène en une seule portion[3].
Warum ist die Kumulation mehrerer Vitamin-D- oder Iodquellen gefährlich?
Die Kumulation von Supplementen « speziell Schwangerschaft » ist für dokumentierte Fälle verantwortlich. Diese Fälle vereinen einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) und Schilddrüsenstörungen beim Neugeborenen (angeborene Hypothyreose), die der Anses-Ernährungswachsamkeit gemeldet wurden[8]. Die parallele Anhäufung gekaufter Packungen und Supplementeinheiten birgt das Risiko einer stillen Schwellenüberschreitung — jedes einzelne Produkt erscheint sicher, die Kumulation ist es nicht mehr. Eine genetische Empfindlichkeit gegenüber Vitamin D — selten untersucht — kombiniert mit einer zu hohen Zufuhr kann beim Baby zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut führen. Hält dieser Überschuss an, verursacht er Wachstumsverzögerung, eine Verengung einer Herzarterie (Aortenstenose), eine Netzhautschädigung und eine Störung der normalen Zellteilung[12]. Bei Iod sättigt die Quellenkumulation (Supplemente, iodhaltige Arzneimittel, iodiertes Salz) die kindliche Schilddrüse und erhöht das Risiko einer Struma bei der Geburt mit Auswirkungen auf die ersten Lebenswochen[8]. Die Cochrane-Übersicht Finkelstein 2024 bestätigt für Eisen, dass die systematische Supplementierung die Anämie der Mutter reduziert, jedoch langfristig keinen Nutzen bei nicht mangelernährten Frauen bringt — daher das Interesse, von einer Blutuntersuchung auszugehen[6].
Welche Pflanzen und Wirkstoffe sollten in Supplementen während der Schwangerschaft gemieden werden?
Welche Pflanzen sind wegen gebärmutterwirksamer oder hormoneller Effekte kontraindiziert?
Drei Pflanzenfamilien sind in der Schwangerschaft formal zu meiden: jene, die weibliche Hormone nachahmen, jene, die die Gebärmutter zusammenziehen, und jene, die durch Darmreizung abführend wirken[13]. Die Angabe « bio » oder « natürlich » auf dem Etikett eines Supplements oder eines Pflanzenöls hebt diese Risiken nicht auf. Pflanzen, die weibliche Hormone nachahmen (Echter Salbei, Ginseng, Hopfen, Fenchel, Grüner Anis, Süssholz), enthalten Phytoöstrogene, die die Gebärmutter stimulieren und eine Fehlgeburt auslösen können. Gebärmutterzusammenziehende Pflanzen (Bockshornklee, Himbeerblatt vor dem 3. Trimester, Bärentraube, Polei-Minze, Mutterkraut) lösen dokumentierte Gebärmutterkontraktionen aus[13]. Reizungsabführmittel (Senna, Faulbaum, Cascara, Aloe, chinesischer Rhabarber) reizen den Darm und können reflexartig Gebärmutterkontraktionen auslösen. Die traditionelle Phytotherapie umfasst auch Bitterkräuter und Früchte oder Rinden, die als giftig in der Schwangerschaft gelten: Beifuss, Wermut, Genepi (Artemisia spp.), Rainfarn, Schöllkraut, Kanadische Gelbwurz, Raute, Gelber Enzian[13].
Welche Stimulanzien und Wirkstoffe sollten in der Schwangerschaft gemieden werden?
Supplemente, die Guaraná, Ginseng, Mate, Kolanuss, Ephedra oder konzentrierten Tein enthalten, sind während der gesamten Schwangerschaft wegen ihrer Belastung mit Koffein und stimulierenden Alkaloiden zu meiden[13]. Guaraná liefert bei gleichem Gewicht 4- bis 7-mal mehr Koffein als Kaffee, und Koffein durchquert die Plazenta. Das Baby benötigt jedoch viel länger als seine Mutter, um es abzubauen, da seine Leber das nötige Enzym noch nicht besitzt. Ätherische Öle, sowohl innerlich, auf der Haut als auch als Duftstoff, sind aus Vorsicht in der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert, gleich ob sie als kosmetischer Wirkstoff oder Wellnessartikel präsentiert werden. Ihre Wirkstoffkonzentration ist mit einem einfachen Aufguss nicht vergleichbar[13]. Berberin, das in manchen Supplementen für « Blutzuckerausgleich » oder « Immunität » enthalten ist, wird bei schwangeren und stillenden Frauen ausdrücklich nicht empfohlen: es durchquert die Plazenta, kann Gebärmutterkontraktionen stimulieren und einen Kernikterus beim Neugeborenen auslösen[8]. Pflanzenbasierte Schlankheits-, Entwässerungs-, Detox-, Anti-Retentions- oder « Haarwuchs »-Produkte häufen mehrere Risiken: östrogenartige Pflanzen, Verdauungsreizung, toxische Mobilisierung plazentarer Fette.
Wie wählt man ein für die Schwangerschaft geeignetes Nahrungsergänzungsmittel in der Schweiz aus?
Welche Kriterien sind auf dem Etikett in der Schweiz zu prüfen?
Ein für eine schwangere Frau in der Schweiz bestimmtes Supplement muss vier überprüfbare Angaben aufweisen, und die Etikettierung muss auf Deutsch (oder in den anderen Amtssprachen je nach Region) verfasst sein, unabhängig von der Form — Schachtel, Kapsel, Tablette oder Beutel. Zuerst die genaue Form jedes Wirkstoffs, dann die Dosis in standardisierten Einheiten. Anschliessend das Fehlen kontraindizierter Zutaten und schliesslich die Konformität mit der Schweizer Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel (VNem, Referenz SR 817.022.14). Bei Vitamin A muss das Etikett Retinol (risikobehaftete Form für den Fötus) von Betacarotin (dokumentiert risikoarme Form) unterscheiden. Die Menge muss in µg RE (Retinoläquivalente) und nicht nur in IE angegeben werden[9]. Für Folsäure sind die Dosis von 400 µg und die Form zu prüfen. Synthetische Folsäure bleibt der Standard. 5-MTHF (Methylfolat, die bereits aktive Form, auch aktives Folat genannt) eignet sich besser für Frauen mit einer häufigen Variante des MTHFR-Gens, das die Verwertung der klassischen Folsäure verlangsamt[10]. Die mögliche Anwesenheit tierischer Gelatine in der Kapsel muss von veganen Frauen kontrolliert werden; gelatinefreie pränatale Vitamine sind in Schweizer Apotheken erhältlich. Das Fehlen zusätzlichen Iods muss ebenfalls kontrolliert werden, wenn die Ernährung bereits iodiertes Salz enthält[1]. Die Angabe « speziell Schwangerschaft » auf der Schachtel bietet in der Schweiz keine besondere Garantie. Die VNem verlangt lediglich eine Meldung beim Kantonschemiker, keine Zulassung wie bei Arzneimitteln, die von Swissmedic kontrolliert werden.
An welche Gesundheitsfachperson wendet man sich vor einer Supplementierung?
Vor jeder Supplementierung gilt: eine Gesundheitsfachperson konsultieren. Die Gynäkologin oder der Gynäkologe, die Hebamme und die Schweizer Apothekerin sind die drei qualifizierten Ansprechpartner für eine personalisierte Beratung zur Schwangerschaft in der Schweiz, im Einklang mit einem gesunden Lebensstil. Die Gynäkologin verschreibt nach einer Routine-Blutuntersuchung im 1. Trimester. Diese Blutuntersuchung misst die Eisenreserven (Ferritin), den Vitamin-D-Spiegel und die einwandfreie Schilddrüsenfunktion (TSH). Sie ist auch die einzige Fachperson, die bei einer Vorgeschichte von Neuralrohrfehlbildungen oder einer antiepileptischen Behandlung 4 mg/Tag Folsäure verschreiben darf[10]. Die Hebamme begleitet die laufende Ernährungsbetreuung und passt die Zufuhr bei Übelkeit im 1. Trimester, veganer Ernährung oder Mehrlingsschwangerschaft an[3]. Die Schweizer Apothekerin, geschult in der Abgabe von Nahrungsergänzungsmitteln, prüft Wechselwirkungen und die Stimmigkeit kumulierter Dosen. Dieser Kontakt in der Apotheke ist wertvoll, um eine Kumulation von Iod oder Vitamin D zwischen mehreren Produkten zu erkennen, und ihre Beratung bleibt kostenlos. Die Selbstsupplementierung durch Kauf im Internet oder im Grossverteiler konzentriert die Fälle, die der Ernährungswachsamkeit gemeldet werden[8].
Häufig gestellte Fragen
Darf eine schwangere Frau in der Schweiz Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztlichen Rat einnehmen?
Nein, die eigenständige Supplementierung wird nicht empfohlen. Die Häufung mehrerer Vitamin- und Mineralstoffquellen führte zu Fällen erhöhter Kalziumwerte und Schilddrüsenstörungen beim Neugeborenen, die der Anses-Ernährungswachsamkeit gemeldet wurden (Gutachten 2024) — meist durch Kumulation von Iod oder Vitamin D zwischen mehreren Produkten. Das BAG, das CHUV und die Stiftung Folsäure Schweiz empfehlen ausschliesslich Folsäure, Vitamin D und Iod, nach ärztlichem Rat. Die Apothekerin, Hebamme oder Gynäkologin prüfen die Stimmigkeit der Dosen vor jeder Einnahme.
Welches Nahrungsergänzungsmittel ist während der Schwangerschaft verboten?
Vitamin A in Form von Retinol über 3 000 µg RE/Tag ist für den Fötus toxisch und formal kontraindiziert. Ein Überschuss stört die Gene, die die Embryonalentwicklung steuern, und verursacht Fehlbildungen des Gesichts, des Herzens und des Gehirns — Isotretinoin (ein von Vitamin A abgeleitetes Arzneimittel gegen schwere Akne) führt laut Quellen (CRAT, Swissmedic, ANSM) bei 20 bis 30 % der exponierten Schwangerschaften zu Fehlbildungen. Ebenfalls zu meiden: Berberin, Pflanzen, die weibliche Hormone nachahmen (Salbei, Ginseng, Fenchel), gebärmutterwirksame Pflanzen (Bockshornklee, Himbeerblatt vor dem 3. Trimester) und Stimulanzien (Guaraná, Kolanuss, Ephedra).
Soll während der gesamten Schwangerschaft Eisen eingenommen werden?
Nein, Eisen wird nur nach einer Blutuntersuchung eingenommen, die einen Mangel bestätigt. Die Meta-Analyse von Watt et al., veröffentlicht im Februar 2025 in Family Practice, fand keinen Nutzen einer Supplementierung bei schwangeren Frauen ohne Mangel — und ein Eisenüberschuss erhöht das Risiko von Schwangerschaftsdiabetes gemäss einer Übersicht von 2022 (Rev Bras Ginecol Obstet). Der in der Schweiz angesetzte Mangelschwellenwert ist ein Ferritin unter 30 µg/L oder ein Hämoglobin unter 11 g/dL. Das CHUV empfiehlt zunächst die Ernährung: Fleisch, Hülsenfrüchte, begleitet von Vitamin C, das die Aufnahme unterstützt.
Darf man Omega-3 (DHA) während der Schwangerschaft einnehmen?
Ja, die WHO und die EBCOG empfehlen während der Schwangerschaft eine Zufuhr von Omega-3 DHA und EPA. Die Cochrane-Übersicht Middleton 2018 über 70 Studien und 19 927 Frauen zeigte eine Reduktion des Risikos einer späten Frühgeburt um 11 % und einer Frühgeburt vor 34 SSW um 42 % bei Supplementierung. Die 2024 veröffentlichten klinischen Empfehlungen (Cetin et al., Leitlinie EBCOG/ACOG) legen die Zufuhr auf mindestens 250 mg/Tag DHA+EPA für jede Frau im gebärfähigen Alter fest, mit zusätzlich 100 bis 200 mg/Tag DHA ab Schwangerschaftsbeginn. Ein Fischkonsum 2 bis 3 Mal pro Woche, unter Vermeidung von Thunfisch, Schwertfisch und Heilbutt (Quecksilber), deckt diesen Bedarf in der Regel.
Wann soll die Folsäuresupplementierung beginnen?
Idealerweise 12 Wochen vor der Empfängnis, spätestens ab dem positiven Schwangerschaftstest. Die Wirbelsäule des werdenden Babys (das Neuralrohr) schliesst sich zwischen dem 21. und 28. Schwangerschaftstag: ein späterer Beginn schützt nicht mehr vor Spina bifida. Die Stiftung Folsäure Schweiz, das BAG und die kanadische SOGC-Richtlinie Nr. 427 (Wilson 2022) empfehlen 400 µg/Tag Folsäure für jede Frau, die eine Schwangerschaft plant, und 4 mg/Tag bei familiärer Vorbelastung mit Spina bifida oder bei antiepileptischer Behandlung. Die Supplementierung wird bis zum Ende der 12. Woche fortgesetzt.
Quellen und Referenzen
13 Quellen- BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen) — Empfehlungen zu Iod
- Stiftung Folsäure Schweiz — Folsäure vor und während der Schwangerschaft
- CHUV — Ernährung während der Schwangerschaft
- Eidgenössische Ernährungskommission (EEK) — Vitamin-D-Mangel
- Watt A. et al. (2025). The benefits and harms of oral iron supplementation in non-anaemic pregnant women: a systematic review and meta-analysis
- Finkelstein J.L. et al. (2024). Daily oral iron supplementation during pregnancy
- Middleton P. et al. (2018). Omega-3 fatty acid addition during pregnancy. Cochrane Database of Systematic Reviews
- Anses (2024). Nahrungsergänzungsmittel und Schwangerschaft — endokrine und metabolische Risiken im Zusammenhang mit Vitamin D und Iod
- Zamil DH, Burns EK, Perez-Sanchez A, Parke MA, Katta R. Risk of Birth Defects From Vitamin A «Acne Supplements» Sold Online. Dermatology Practical & Conceptual. 2021;11(3):e2021075
- Wilson R.D., O’Connor D.L. (2022). Klinische Richtlinie Nr. 427 — Folsäure- und Multivitaminsupplemente zur Prävention angeborener Fehlbildungen
- EBCOG (2024). Omega-3-Fettsäureversorgung in der Schwangerschaft — Positionspapier
- Swissmedic / Dr. Wild & Co. AG — Information professionnelle Vi-De 3
- VIDAL — Darf Phytotherapie in der Schwangerschaft eingesetzt werden?