Gibt es Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln?
Sofort-Zusammenfassung
Nahrungsergänzungsmittel sind nicht harmlos: 113 von 127 in der Schweiz im Jahr 2024 kontrollierten Produkten wurde der Verkauf untersagt, und bestimmte Profile — Niereninsuffizienz, Schwangerschaft, medikamentöse Therapien — vereinen spezifische Gegenanzeigen.
Schlüsselfakten
Wesentliche Punkte
- Rund 50 % der Schweizer Bevölkerung konsumieren regelmässig Nahrungsergänzungsmittel (Erhebung menuCH, BLV).
- Verdauungsbeschwerden und Hautreaktionen sind die am häufigsten an Tox Info Suisse gemeldeten unerwünschten Wirkungen.
- Mit Präparaten verbundene Leberschäden machen 20 % der Fälle des Drug-Induced Liver Injury Network aus (Halegoua-DeMarzio, 2024).
- Niereninsuffizienz, Schwangerschaft, Antikoagulanzien: drei Situationen, in denen eine Supplementierung ohne ärztlichen Rat ein reales Risiko darstellt.
- Das BLV verbietet insbesondere frei verkäufliches Melatonin, DHEA, DNP, DMAA, roten Reis sowie mehrere Pflanzen (Johanniskraut, Traubensilberkerze).
Knapp eine von zwei Personen in der Schweiz konsumiert gemäss der nationalen Erhebung menuCH Nahrungsergänzungsmittel. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist kein Arzneimittel: keine vorgängige Marktzulassung, stichprobenartige Kontrollen und eine geteilte Verantwortung zwischen Hersteller und Konsumierenden. Diese Besonderheit aus dem umfassenden Ratgeber zu Nahrungsergänzungsmitteln erklärt, warum unerwünschte Wirkungen — Verdauungsbeschwerden, Allergien, Leberschäden, Arzneimittelwechselwirkungen — trotz nicht zu vernachlässigender Häufigkeit kaum sichtbar bleiben.
Die häufigsten Nebenwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln
Verdauungsbeschwerden — die häufigste unerwünschte Wirkung
Verdauungsbeschwerden sind die häufigste an Tox Info Suisse gemeldete unerwünschte Wirkung[1]. Übelkeit, Blähungen, Durchfall, Kopfschmerzen und Sodbrennen werden regelmässig berichtet, insbesondere bei Eisen, Magnesiumoxid, Zink und bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen in Kapselform. Die Einnahme auf nüchternen Magen verstärkt die Mehrheit der präparatebedingten Verdauungsbeschwerden, die in der Regel innerhalb einiger Tage nach Absetzen des Produkts oder durch Verteilung der Dosis über den Tag abklingen. Eine systematische Übersicht in JAMA Dermatology von Shields und Kollegen[2] zu Nutrazeutika gegen Akne berichtet von Verdauungsbeschwerden bei Zinksupplementierung. Präbiotika und Probiotika, die auf Darm und Verdauung wirken, werden gemäss Rau und Kollegen[3] mit kleineren Verdauungseffekten in Verbindung gebracht — Blähungen, Flatulenzen, leichter Durchfall — vor allem bei hohen Dosen.
Allergische Reaktionen — von einfacher Nesselsucht bis zum anaphylaktischen Schock
Allergische Reaktionen auf Nahrungsergänzungsmittel sind häufiger, als man denkt. Juckreiz, Nesselsucht, Gesichtsödeme, ja anaphylaktischer Schock: sie treten entweder durch einen Wirkstoff oder durch Hilfsstoffe (Gluten, Soja, Lactose, Farbstoffe) auf. Die Gefahr ist selten, aber real: ein anaphylaktischer Schock erfordert gemäss Abrams und Kollegen[4] die sofortige intramuskuläre Injektion von Adrenalin in den Oberschenkel. Präparate tierischen oder pflanzlichen Ursprungs — Propolis, Gelée royale, Blütenpollen, Echinacea — gehören zu den am besten dokumentierten Auslösern. Eine atopische Konstitution erhöht das Risiko, und allergische Reaktionen auf Nahrungsergänzungsmittel treten manchmal erst nach mehreren beschwerdefreien Einnahmen auf, was ihre frühe Erkennung durch die Konsumierenden erschwert. Bei einer schweren Reaktion ist es unerlässlich, unverzüglich eine Fachperson zu konsultieren.
Überdosierungen — ein stilles, kumulatives Risiko
Das Risiko einer Überdosierung bleibt weitgehend unterschätzt. Eine Überdosierung fettlöslicher Vitamine — A, D, E, K — reichert sich im Gewebe an und kann eine schwere Toxizität mit Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen als ersten Anzeichen verursachen. Das Schweizer Ernährungsbulletin 2023 identifizierte mehrere Teilnehmende, welche die tolerierbare Höchstaufnahme für Folsäure, Vitamin A, Vitamin B6 und Zink überschritten[5]. Die Übersicht von Reid (2025)[6] betont, dass eine Calciumsupplementierung ohne begleitendes Vitamin D in mehreren Meta-Analysen mit einer Zunahme kardiovaskulärer Ereignisse, insbesondere Herzinfarkten, verbunden ist. Die Summe der Aufnahmen aus normaler Ernährung, angereicherten Lebensmitteln und Präparaten überschreitet rasch die tolerierbare Höchstaufnahme, und die Risiken einer Überdosierung mit Nahrungsergänzungsmitteln treten häufig nach mehreren Wochen stiller Kumulation ohne identifizierbares Frühzeichen zutage. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung bleibt der sicherste Weg, den Nährstoffbedarf zu decken, ohne diese Schwelle zu überschreiten.
Medizinische Gegenanzeigen, die vor einer Supplementierung zu kennen sind
Niereninsuffizienz — ein Risikofeld
Eingeschränkte Nieren können überschüssige Vitamine und Mineralstoffe nicht mehr korrekt ausscheiden. Eine Nierenerkrankung verändert die Funktion des Körpers grundlegend: bei chronischer Niereninsuffizienz können Kalium, Phosphor, Magnesium und Vitamin D gemäss BLV[7] bis auf gefährliche Werte ansteigen. Eine unbegleitete Vitamin-D-Supplementierung kann insbesondere bei diesen fragilen Patientinnen und Patienten eine Hypercalcämie auslösen. Die 2025 veröffentlichte OPERAM-Studie[8] dokumentierte, dass rund 10 % der älteren multimorbiden Patientinnen und Patienten mangels vorgängiger Bewertung der Risikobedingungen eine potenziell ungeeignete Vitamin-D-Supplementierung erhalten. Hochdosiert eingenommene Eiweisspulver beschleunigen den Verlust der residuellen Nierenfunktion. Jede Supplementierung bei einer Person mit einer glomerulären Filtrationsrate unter 60 ml/min muss über eine Nephrologin oder einen Nephrologen erfolgen; die spezifischen Gegenanzeigen der Niereninsuffizienz gegenüber Nahrungsergänzungsmitteln variieren je nach Stadium, von der blossen Dosisanpassung bis zur absoluten Kontraindikation bei Dialyse für Kalium und Phosphor.
Klinisch bedeutsame Arzneimittelwechselwirkungen
Bestimmte Wechselwirkungen zwischen Präparaten und Arzneimitteln sind klinisch bedeutsam und können schwere Folgen haben. Johanniskraut aktiviert die Cytochrom-P450-Enzyme, was die Wirksamkeit der Verhütungspille, direkter Antikoagulanzien, antiretroviraler Mittel und Immunsuppressiva mindert[9] und damit das Risiko eines Therapieversagens erhöht. Vitamin K wirkt Warfarin entgegen und kann den INR einer antikoagulierten Person destabilisieren. Calcium, Eisen und Magnesium chelatieren mehrere Antibiotika (Cycline, Fluorchinolone) und Thyroxin und mindern deren Wirksamkeit. Eine Übersicht von Hunter und Harnett (2023) in der Hausarztmedizin erfasst Dutzende dokumentierter Wechselwirkungen zwischen beliebten Präparaten und gängigen Arzneimitteln[9]. Ein zeitlicher Abstand von zwei bis sechs Stunden zwischen den Einnahmen reduziert die Mehrheit der arzneimittelbezogenen Wechselwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln, genügt aber nicht bei Johanniskraut oder Vitamin K, deren Wirkungen mehrere Tage nach dem Absetzen anhalten. Der Rat einer Fachperson oder einer Apothekerin oder eines Apothekers bleibt vor jeder Kombination unerlässlich.
Personengruppen, die besonders vorsichtig sein sollten
Kinder und Jugendliche — sehr begrenzte Indikationen
Ausser in bestimmten Fällen und auf kinderärztliche Empfehlung ist eine Supplementierung bei Kindern und Jugendlichen selten gerechtfertigt. Vitamin D — 400 bis 600 IE pro Tag von der Geburt bis zum Alter von 3 Jahren — wird von den Schweizer Behörden (BAG, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, Pädiatrie Schweiz) zur Vorbeugung der Rachitis empfohlen. Darüber hinaus deckt eine gesunde und ausgewogene Ernährung die grosse Mehrheit des Nährstoffbedarfs. Tox Info Suisse[1] meldet, dass rund zwei Drittel der zwischen 2014 und 2019 eingegangenen Anrufe versehentliche Einnahmen bei Kleinkindern betrafen. Multivitamin-Gummies, die für Kinder attraktiv sind, bergen ein reales Risiko einer Eisen- oder Vitamin-A-Überdosierung — ein ohne ärztlichen Rat zu meidendes Produkt. Bei Jugendlichen führte der Konsum koffeinhaltiger Sportprodukte gemäss BLV-Bericht[1] bereits zu schweren Fällen — Koffein ab 200 mg pro Dosis wird von der EFSA, der europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit, als riskant eingestuft. Das BLV führt ausserdem eine Liste der frei verkäuflich verbotenen Substanzen[11]. Die kinderärztliche Beratung bleibt die Regel für Nahrungsergänzungsmittel bei Kindern und Jugendlichen: die von Fachgesellschaften bestätigten Indikationen beschränken sich auf Vitamin D beim Säugling, Eisen bei diagnostizierter Anämie und einzelne Sonderfälle nachgewiesener Mangel.
Schwangere in der Schweiz — zwischen gezielter Verschreibung und Verboten
Nur wenige Präparate werden empfohlen; viele andere sind zu meiden. Folsäure mit 400 µg pro Tag, idealerweise vor der Empfängnis begonnen und bis zur 12. Schwangerschaftswoche fortgeführt, senkt das Risiko einer Spina bifida. Die Cochrane-Übersicht von Finkelstein und Kollegen (2024)[12] bestätigt, dass eine Eisensupplementierung während der Schwangerschaft die mütterliche Eisenmangelanämie und den Eisenmangel zum Termin reduziert, ohne klaren Nutzen für die mütterliche Mortalität oder andere fetale Endpunkte. Eisen und Vitamin D werden je nach kantonalen Empfehlungen und BAG-Vorgaben gemäss pränataler Laborbefunde verschrieben. Umgekehrt ist hochdosiertes Vitamin A teratogen, Johanniskraut und Traubensilberkerze sind verboten[11], und ungeregelte Phytotherapie birgt ein toxisches Kontaminationsrisiko. Die Cochrane-Übersicht von Palacios und Kollegen (2024)[13] zu Vitamin D während der Schwangerschaft betont, dass die klinischen Wirkungen auf Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes und Frühgeburt sehr unsicher bleiben und neue rigorose Studien vor jeder Verallgemeinerung erforderlich sind. Die Schwangerschaftsbegleitung umfasst eine vollständige Laboruntersuchung, und die Vorsichtsmassnahmen bei Schwangeren in der Schweiz variieren je nach Trimester, Konstitution der Patientin und Art der Betreuung (Gynäkologin, Hebamme, Hausärztin).
Das Risiko unerwünschter Wirkungen eines Nahrungsergänzungsmittels senken
Kritische Lektüre des Etiketts vor dem Kauf
Das Etikett bündelt die Hinweise auf ein verlässliches Produkt und verlangt vor dem Kauf einen kritischen Blick. Obligatorische Bezeichnung «Nahrungsergänzungsmittel», Dosierungen pro Tagesdosis, vollständige Zutatenliste, gekennzeichnete Allergene, Chargennummer und Kontaktangaben eines in der Schweiz ansässigen Vertriebs, alles auf Französisch, Deutsch oder Italienisch verfasst: diese Informationen sind durch VNem und LIV[7] vorgeschrieben, ihr Fehlen ist ein Hinweis auf Nichtkonformität. Bei einer 2024 gemeinsam mit den Kantonschemikern durchgeführten nationalen Kampagne wurden 113 von 127 kontrollierten Produkten vom Verkauf ausgeschlossen[14], und fast jeder fünfte Online-Shop war den kantonalen Lebensmitteldiensten nicht gemeldet. Käufe auf ausländischen Plattformen oder über nicht gemeldete soziale Netzwerke vervielfachen das Risiko verbotener Zutaten — DHEA, DNP, DMAA, roter Reis, frei verkäufliches Melatonin[11] — und sind zu meiden.
Überwachung und Meldung während einer Kur
Ein kurzes Tagebuch genügt, um die Mehrzahl der unerwünschten Wirkungen frühzeitig zu erkennen, insbesondere die Risiken kumulativer Überdosierung. Festzuhalten sind Beginndatum, Produkt mit Dosierung sowie jedes in den ersten 30 Tagen neu aufgetretene Anzeichen: Darmbeschwerden, Schlaf, Haut, Müdigkeit, Urin, Herzklopfen. Eine nach Beginn aufgetretene und beim Absetzen verschwindende Wirkung weist stark auf eine Verursachung durch das Präparat hin. Mit Präparaten verbundene Leberschäden machen gemäss Halegoua-DeMarzio und Navarro (2024)[10] 20 % der Fälle des Drug-Induced Liver Injury Network aus, was eine besondere Vorsicht bei pflanzlichen Produkten rechtfertigt. Bei einem ernsten Anzeichen — Gelbsucht, generalisierte Urtikaria, Herzklopfen, Schmerzen unter dem Rippenbogen — Tox Info Suisse unter 145 anrufen[1], die Verpackung aufbewahren und unverzüglich eine Fachperson konsultieren. Das Melden unerwünschter Wirkungen liefert wertvolle Daten für die gesundheitliche Überwachung, auch wenn in der Schweiz kein formelles Nutrivigilanz-System besteht. Das Meldefenster bleibt weit, da bestimmte Wirkungen, insbesondere hepatische, mehrere Wochen nach Einnahmebeginn auftreten können.
Häufig gestellte Fragen
Sind Nahrungsergänzungsmittel gesundheitsschädlich?
Nicht systematisch, aber das Risiko besteht. Verdauungsbeschwerden, Allergien und Arzneimittelwechselwirkungen sind die häufigsten unerwünschten Wirkungen. Tox Info Suisse erfasste zwischen 2014 und 2019 rund 1 200 Anfragen zu Präparaten, darunter 22 mittelschwere bis schwere Fälle, hauptsächlich im Zusammenhang mit Koffein. Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt bei einer gesunden erwachsenen Person den Grossteil des Bedarfs.
Kann man durch ein Nahrungsergänzungsmittel eine Vitamin-Überdosierung erleiden?
Ja, vor allem bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K, die sich im Gewebe anreichern. Die Vitamin-D-Toxizität kann eine schwere, teils irreversible Hypercalcämie auslösen. Das BLV legt Höchstmengen pro Dosis fest und warnt vor Überschreitungen der tolerierbaren Höchstaufnahme (UL). 2023 identifizierte die nationale Erhebung mehrere Teilnehmende oberhalb des UL für Folsäure, Vitamin A, B6 und Zink.
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind in der Schweiz verboten?
Mehrere Substanzen sind durch das BLV streng verboten. Melatonin (verschreibungspflichtig), DHEA, 2,4-Dinitrophenol (DNP), Dimethylhexanamin (DMAA), roter Reis sowie bestimmte Pflanzen wie Johanniskraut, Traubensilberkerze oder Niembaum dürfen in einem in der Schweiz verkauften Nahrungsergänzungsmittel nicht enthalten sein. Gemäss BLV hat DNP bereits tödliche Vergiftungen verursacht.
Können Nahrungsergänzungsmittel die Leber schädigen?
Ja, das ist ein dokumentiertes Risiko. Mit Präparaten verbundene Leberschäden machen laut Halegoua-DeMarzio und Navarro (2024) mittlerweile 20 % der Fälle des Drug-Induced Liver Injury Network aus. Die wichtigsten identifizierten Verursacher sind anabole Steroide, Grüntee-Extrakt, Garcinia cambogia, Kratom, Ashwagandha und Kurkuma. Jede während einer Kur auftretende Gelbsucht, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schmerzen unter dem Rippenbogen sollten zum Absetzen des Produkts und zur Konsultation führen.
Darf man ein Nahrungsergänzungsmittel mit einem Arzneimittel einnehmen?
Nicht ohne eine Apothekerin oder einen Apotheker zu fragen. Johanniskraut aktiviert die Cytochrom-P450-Enzyme und beschleunigt den Abbau zahlreicher Medikamente — Verhütungspille, Antikoagulanzien, antiretrovirale Mittel, Immunsuppressiva. Vitamin K wirkt Antikoagulanzien vom Warfarin-Typ entgegen. Calcium und Eisen vermindern die Aufnahme mehrerer Antibiotika. Hunter und Harnett (2023) erfassten Dutzende klinisch relevante Wechselwirkungen in der Hausarztmedizin.
Sind Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft sicher?
Einige sind es auf Verschreibung, viele sind kontraindiziert. Folsäure (400 µg/Tag) vor und während des ersten Trimesters senkt das Risiko einer Spina bifida. Eisen und Vitamin D können bei dokumentiertem Mangel verschrieben werden. Das BAG rät hingegen von hochdosiertem Vitamin A, ungeregelter Phytotherapie und importierten, dem Schweizer Recht nicht entsprechenden Produkten ab, die Verunreinigungen oder teratogenen Pflanzen ausgesetzt sind.
Sollte man Kindern Nahrungsergänzungsmittel geben?
Selten, und niemals ohne kinderärztliche Beratung. Vitamin D (400 bis 600 IE/Tag) wird von den Schweizer Behörden von Geburt an bis zum Alter von 3 Jahren empfohlen. Darüber hinaus deckt eine ausgewogene Ernährung den Bedarf. Tox Info Suisse weist darauf hin, dass rund zwei Drittel der zwischen 2014 und 2019 eingegangenen Anrufe versehentliche Einnahmen bei Kleinkindern betrafen — ein Hinweis auf das häusliche Risiko mangelhaft gesicherter Verpackungen.
Wie erkennt man eine unerwünschte Wirkung eines Nahrungsergänzungsmittels?
Beobachten Sie Anzeichen, die in den Tagen oder Wochen nach Beginn einer Kur auftreten. Verdauungsbeschwerden (Übelkeit, Durchfall, Sodbrennen), Hautreaktionen (Nesselsucht, Juckreiz), ungewöhnliche Müdigkeit, dunkler Urin, Gelbsucht, Herzklopfen. Setzen Sie das Produkt ab, bewahren Sie die Verpackung auf, konsultieren Sie eine Ärztin oder einen Arzt und rufen Sie Tox Info Suisse unter 145 an, wenn die Symptome ausgeprägt sind. Die Meldung trägt zur Dokumentation unerwünschter Wirkungen bei, obwohl in der Schweiz kein formelles Ernährungsüberwachungssystem besteht.
Quellen und Referenzen
14 Quellen- Tox Info Suisse — Anfragen zu Nahrungsergänzungsmitteln, Schlankheitsprodukten und Sportlernahrung
- Shields A et al. — Safety and Effectiveness of Oral Nutraceuticals for Treating Acne: A Systematic Review
- Rau S et al. — Prebiotics and Probiotics for Gastrointestinal Disorders
- Abrams EM et al. — Anaphylaxis
- Solliard C, Benzi Schmid C, König SLB — Der Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schweiz
- Reid IR — Calcium Supplementation: Efficacy and Safety
- BLV — Nahrungsergänzungsmittel: spezifische Anforderungen und rechtlicher Rahmen
- Moutzouri E et al. — Inappropriate vitamin D supplementation among multimorbid older patients
- Hunter J, Harnett JE — Interactions between complementary medicines and drugs used in primary care
- Halegoua-DeMarzio D, Navarro V — Challenges in herbal-induced liver injury identification and prevention
- BLV — Verbotene Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln (DNP, DMAA, DHEA, Melatonin, roter Reis)
- Finkelstein JL et al. — Daily oral iron supplementation during pregnancy
- Palacios C et al. — Vitamin D supplementation for women during pregnancy
- Nationale Kampagne 2024 — Online verkaufte Nahrungsergänzungsmittel, verbotene Zutaten