In welchen galenischen Formen sind Nahrungsergänzungsmittel erhältlich?

Sofort-Zusammenfassung

Nahrungsergänzungsmittel gliedern sich in sechs grosse galenische Familien — Kapseln, Tabletten, Weichkapseln, Gummies, Pulver und flüssige Formen — geregelt durch die Schweizer Verordnung VNem (SR 817.022.14).

Schlüsselfakten

Galenische Form Endpräsentation eines Ergänzungsmittels (Kapsel, Tablette, Flüssigkeit), gewählt nach Stabilität und Aufnahmeweg.
VNem Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel (SR 817.022.14), die die in dosierter Form vorgesehenen Darreichungen definiert.
Bioverfügbarkeit Tatsächlich resorbierter Anteil eines eingenommenen Nährstoffs, beeinflusst durch Form, Matrix und Einnahmezeitpunkt.
Hilfsstoff Inaktive Substanz, die den Zusammenhalt, die Konservierung oder die Freisetzung des Wirkstoffs in der Endform sicherstellt.

Wichtigste Punkte

  • Die VNem lässt Kapseln, Tabletten, Pillen, Pulverbeutel, Flüssigampullen und Tropfflaschen als referenzielle galenische Formen zu.
  • Die klassischen festen Formen (Kapseln, Tabletten) dominieren noch den Schweizer Markt, geraten aber gegenüber den schnell wachsenden Gummies, Sticks und Flüssigkeiten ins Hintertreffen.
  • Die galenische Form bestimmt die Resorptionskinetik: ein orodispersibles Vitamin D3 erhöht den 25(OH)D-Blutspiegel schneller als eine vergleichbare Weichkapsel, gemäss Bano et al. (2023).
  • Weichkapseln dienen vor allem für fettlösliche Wirkstoffe (Omega-3, Vitamine A, D, E, K); Brausetabletten für Magnesium oder Vitamin C, dosiert mit mehreren hundert Milligramm.
Verschiedene galenische Formen von Nahrungsergänzungsmitteln: Kapseln, Tabletten, Weichkapseln, Gummies, Pulver und Flüssigflasche auf hellem Hintergrund nebeneinander
Die sechs grossen galenischen Familien, die in der Schweiz von der VNem zugelassen sind, von Kapseln bis zu flüssigen Formen in dosierter Menge.

In der Schweiz erklärt fast ein Drittel der Bevölkerung, in den letzten sieben Tagen mindestens ein Produkt dieser Kategorie konsumiert zu haben, gemäss einer BLV-Umfrage 2022 bei 1 282 Erwachsenen. Diese als Nahrungsergänzungsmittel verkauften Produkte teilen ein gemeinsames regulatorisches Merkmal: sie müssen in dosierter Form angeboten werden, gemäss Artikel 2 der VNem. Die Endpräsentation — Kapsel, Tablette, Flüssigkeit oder Gummies — ist nicht unbedeutend: sie bestimmt die Stabilität des Wirkstoffs, die Resorptionskinetik und die Praktikabilität der Anwendung. Wie ein Nahrungsergänzungsmittel wirkt zu verstehen, beginnt also mit der Wahl seiner galenischen Form.

Welche galenischen Formen existieren und was sagt die VNem dazu?

Welche festen Formen sind üblich?

Die festen Darreichungen vereinen vier Hauptfamilien für den oralen Weg: Kapseln, Tabletten (einschliesslich Tabletten und Schmelztabletten), Weichkapseln und Gummies, ergänzt durch Pulver in Beuteln oder Dosen — alles populäre Formate auf dem Markt der Nahrungsergänzungsmittel[1]. Eine Kapsel ist eine zweiteilige Hülle, häufig pflanzlichen Ursprungs (HPMC), die ein Pulver enthält — eine Zutatenmischung oder einen Pflanzenextrakt; die Tablette wird durch Verpressen einer trockenen Masse hergestellt, manchmal umhüllt, um das Schlucken zu erleichtern und vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Weichkapseln (Softgels) enthalten ein Öl und eignen sich für fettlösliche Wirkstoffe[2] wie Omega-3 oder Vitamin D3, deren Aufnahme von dieser lipidischen Matrix profitiert. Die Gummies, eine Art Geliergummi auf Basis von Pektin oder Gelatine, haben im Massenmarkt einen wichtigen Platz eingenommen[3], dank einer angenehmen, spielerischen Einnahmeart und guter Akzeptanz beim jungen Publikum — ihr Zuckergehalt bleibt jedoch ein Aufmerksamkeitsfaktor. Pulver schliesslich werden für Proteine, Kreatin oder Aminosäuren verwendet, deren tägliche Zufuhr oft mehrere Gramm übersteigt — ein Volumen, das mit einer einzelnen Hartkapsel unvereinbar ist und diese pulverförmige Verpackung rechtfertigt.

Welche flüssigen und alternativen Formen sind zugelassen?

Die flüssigen Darreichungen umfassen Trinkampullen, Sirupe, Tropfflaschen und Mund- oder Sublingualsprays, alle auf europäischer Ebene und durch Artikel 2 der VNem geregelt[4], der ausdrücklich «Tropfflaschen» und «flüssige Zubereitungen in dosierten Einheiten kleiner Menge» nennt. Eine Trinkampulle konzentriert einige Milliliter Lösung in einem versiegelten Glasbehälter, was den Wirkstoff vor Oxidation und Licht schützt und die Haltbarkeit verlängert; das Tropfersystem erlaubt eine präzise Dosierung, um jede Einnahme fein einzustellen, eine häufige Technik für ölhaltiges Vitamin D3. Die Sublingualsprays setzen den Wirkstoff unter der Zunge frei, wo die Schleimhaut stark durchblutet ist, ein Weg, der besonders für Vitamin B12 verwendet wird, mit schneller Aufnahme. Auf der Seite der Hybridpräsentationen ergänzen orodispersible Sticks — praktisch für die Einnahme unterwegs —, Lutschtabletten und Brauseversionen das Angebot und veranschaulichen den Unterschied zwischen Formen, die ganz geschluckt oder aufgelöst werden. Eine randomisierte klinische Studie, die 2023 in Frontiers in Nutrition veröffentlicht wurde, verglich ein orodispersibles Vitamin D3, eine Kautablette und eine klassische Weichkapsel bei insgesamt 45 Mangelerwachsenen in zwei aufeinanderfolgenden Studien: die orodispersible Form führte über sechs Wochen zu einem deutlicheren und länger anhaltenden Anstieg des 25(OH)D-Blutspiegels[5].

Wie beeinflusst die galenische Form die Wirksamkeit?

Welche Rolle spielt die Form bei der Bioverfügbarkeit?

Die Galenik verändert deutlich die Nährstoffmenge, die tatsächlich den Blutkreislauf erreicht[6], ein entscheidendes Element zur Beurteilung der tatsächlichen ernährungsbezogenen oder physiologischen Wirkung und der Stabilität der Wirkstoffe. Drei Mechanismen erklären diese Wirkung: die Zerfallsgeschwindigkeit im Verdauungstrakt, die Löslichkeit des Wirkstoffs in den gastrointestinalen Flüssigkeiten und das Vorhandensein oder Fehlen einer schützenden Matrix (Öl, Mikrokapsel, Lipid), die auf eine verlängerte Freisetzung oder umgekehrt auf eine schnelle Aufnahme abzielen kann. Eine 2024 in Nutrients veröffentlichte randomisierte Crossover-Studie verglich bei 40 Erwachsenen vier Magnesiumquellen — Oxid, Citrat, Bisglycinat und mikroverkapselt — und stellte fest, dass die mikroverkapselte Variante über sechs Stunden höhere Plasmakonzentrationen aufrechterhielt als die anderen[7], bei gleichzeitiger Reduktion unangenehmer Verdauungswirkungen wie Durchfall oder Blähungen. Eine vergleichende Arbeit an menschlichen intestinalen Epithelzellen (Caco-2), Anfang 2026 in derselben Zeitschrift veröffentlicht, bestätigt, dass nicht alle Darreichungen gleichwertig sind, selbst bei gleicher Elementardosis: das verwendete Salz und die Transportmatrix verändern die Passage durch die Verdauungsbarriere[8] und die Aufnahme des Wirkstoffs durch den Körper.

Vergleichstabelle der wichtigsten galenischen Formen von Nahrungsergänzungsmitteln.
Galenische Form Hauptvorteile Beobachtete Grenzen
Kapsel (Hartkapsel) Neutraler Geschmack, präzise Dosis, pflanzliche Variante (HPMC) möglich Schluckschwierigkeiten bei Kindern und Seniorinnen und Senioren
Tablette / Schmelztablette Hohe Dosen möglich, rasche Auflösung bei der Schmelzvariante Zahlreiche Binde- und Schmiermittel, hoher Natriumgehalt bei Brausetabletten
Weichkapsel (Softgel) Ideal für ölige Wirkstoffe (Omega-3, Vitamine A, D, E, K) Häufig tierische Gelatine, Hitzeempfindlichkeit

Welche Hilfsstoffe begleiten jede Form?

Jede Galenik verlangt spezifische Hilfsstoffe, die für die aufmerksame Konsumentin und den aufmerksamen Konsumenten nicht unbedeutend sind. Die Tabletten enthalten in der Regel Bindemittel (mikrokristalline Cellulose), Schmiermittel (Magnesiumstearat) und manchmal Farbstoffe; die Kapseln benötigen eine Hülle tierischen (Gelatine) oder pflanzlichen Ursprungs (HPMC); die Weichkapseln enthalten Glycerin und Pflanzenöl; die Gummies fügen Saccharose, Glukosesirup und Aromen hinzu — ihr Zuckergehalt erreicht in der Regel 1 bis 5 g pro Einheit je nach Marke[3], im Vergleich zu null bei einer vergleichbaren Hartkapsel. Die VNem hält fest, dass diese sekundären Zutaten als Lebensmittel betrachtet werden und den auf Lebensmittel anwendbaren Kennzeichnungsvorschriften unterliegen (Verweis auf die LIV, SR 817.022.16)[4], in Übereinstimmung mit der europäischen Verordnung über die Information der Konsumenten. Das Hilfsstoffprofil wird damit zu einem Auswahlkriterium: eine Brausetablette kann je nach Formulierung mehrere zehn bis mehrere hundert Milligramm Natrium pro Einnahme liefern, was bis zu einem Fünftel der von der WHO empfohlenen maximalen Tageszufuhr von 2 g Natrium bei Erwachsenen entsprechen kann[10].

Wie wählt man die passende Form für den eigenen Bedarf?

1/3 Eine Schweizerin oder ein Schweizer von dreien nimmt mindestens ein Nahrungsergänzungsmittel ein. Gemäss einer 2022 vom BLV bei 1 282 Erwachsenen durchgeführten Online-Umfrage bilden Vitamine, Vitamine kombiniert mit Mineralstoffen und Mineralsalze das Spitzentrio. Die Mehrheit der Käufe erfolgt in Apotheken, Drogerien oder Arztpraxen. Quelle: BLV, Umfrage zum Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schweiz, Demo SCOPE AG, 2022.

Welche praktischen Kriterien sind zu bevorzugen?

Die Wahl einer galenischen Darreichung beruht auf vier konkreten Kriterien, die je nach Anwendungskontext unterschiedlich sind: die chemische Natur des Wirkstoffs (wasser- oder fettlöslich), die zur Ergänzung der Ernährung notwendige tägliche Zufuhr, das Profil der Konsumentin oder des Konsumenten (Schluckfähigkeit, persönliche Einschränkungen und Vorlieben, Geschmacksempfindlichkeit) und der Lebensstil (Mobilität, Reisen, Einnahme unterwegs, Einnahme bei der Arbeit). Für fettlösliche Wirkstoffe wie die fettlöslichen Vitamine und Mineralstoffe A, D, E, K und Omega-3 bleibt die ölige Weichkapsel die Referenz: sie schützt den Wirkstoff vor Oxidation und begünstigt seine Aufnahme mit dem lipidischen Teil der Mahlzeit, ein klarer Vorteil gegenüber dem Trockenstoff. Ein Review 2025 zu Algenöl (konzentrierte DHA-Quelle pflanzlichen Ursprungs) bestätigt, dass die lipidische Verkapselung die oxidative Stabilität und die Bioverfügbarkeit dieser empfindlichen Wirkstoffe verbessert[9]. Für hochdosierte Mineralstoffe (Magnesium, Calcium) sind Tabletten oder Pulver realistischer als eine einzelne Hartkapsel, mit besserer Dosierungsfreundlichkeit. Für Nährstoffe mit moderater Tageszufuhr (Vitamine der Gruppe B, Eisen, Zink) bleibt die Kapsel vielseitig: ihre niedrigen Produktionskosten, ihre Transportfreundlichkeit und ihre Eignung zum Mitnehmen in einer Tasche machen sie zu einer leicht in den Alltag integrierbaren Option.

Vorsicht bei Gummies und Brausetabletten

Eine Vitamingummi kann je nach Marke 1 bis 5 g Zuckerzusatz pro Einheit liefern — bei Kindern und Diabetikerinnen und Diabetikern im Tageszähler zu berücksichtigen. Eine Brausetablette setzt je nach Formulierung mehrere zehn bis mehrere hundert mg Natrium pro Dosis frei: bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz zu vermeiden oder unter den auf dem Etikett ausgewiesenen Varianten mit reduziertem Natriumgehalt zu wählen.

Gute Praxis beim Etikettenlesen

Bei jedem Ergänzungsmittel zuerst die Elementardosis des Wirkstoffs prüfen (zum Beispiel 200 mg elementares Magnesium und nicht 1 000 mg Magnesiumoxid), dann die vollständige Hilfsstoffliste: Zucker, Süssstoffe, Farbstoffe, Gelatine. Die wirksamste galenische Form ist diejenige mit klarem Etikett und nachvollziehbarer effektiver Dosis.

Welche Vorsichtsmassnahmen je nach Verbraucherprofil?

Bestimmte Zielgruppen erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der Wahl der Darreichung und verlangen angepasste Anwendungshinweise. Junge Konsumierende und Personen, denen das Schlucken einer Kapsel schwerfällt, profitieren von den orodispersiblen Varianten, schmelzenden Sticks oder Flüssigkeiten statt von klassischen Kapseln oder Tabletten, die angenehmer einzunehmen sind. Diabetikerinnen, Diabetiker oder Personen mit kohlenhydratkontrollierter Ernährung sollten das Etikett der Gummies prüfen, deren Zuckergehalt in einer normalen Ernährung ins Gewicht fallen kann[3]. Schwangere, polymedizierte ältere Personen und Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten sind von möglichen Wechselwirkungen zwischen bestimmten in Ergänzungsmitteln enthaltenen Pflanzen (insbesondere Johanniskraut, ein bekannter Enzyminduktor) und ihren laufenden Behandlungen betroffen — einschliesslich der Probiotika, die auf die Darmflora wirken —, ein Thema, zu dem das BLV öffentliche Empfehlungen[11] und einen Vorsichtsratschlag aufrechterhält. Für Sportlerinnen, Sportler und Anwenderinnen, Anwender hoher Dosen bietet das Pulver eine Anpassungsflexibilität, die die Hartkapsel oder die Tablette nicht erlaubt, erfordert aber eine genaue Messung. Auch die Lagerbedingungen spielen eine Rolle: ölige Softgels vor Licht schützen, Temperatur und Feuchtigkeit überwachen, um die Haltbarkeit zu erhalten. Der gute Reflex bleibt in jedem Fall, im Zweifel eine pharmazeutische Beratung einzuholen.

  • Natur des Wirkstoffs — wasserlöslich (Vitamine B, C) oder fettlöslich (A, D, E, K, Omega-3): die Löslichkeit bestimmt das optimale Format.
  • Tagesdosis — jenseits von 500 mg Wirkstoff reicht eine einzelne Kapsel oft nicht: Tablette, Beutel oder Pulver bevorzugen.
  • Verbraucherprofil — Schluckfähigkeit, Ernährungseinschränkungen (zuckerfreie Diät, ohne tierische Gelatine), persönliche Vorlieben.
  • Anwendungskontext — Reisen, Einnahme bei der Arbeit, kurze Kur oder langfristige Supplementierung beeinflussen das praktische Format.

Häufig gestellte Fragen zu den galenischen Formen

Sind Gummies so wirksam wie Kapseln?

Nicht systematisch. Gummies bieten gute Praktikabilität und bessere Akzeptanz, besonders bei Kindern, aber ihr Wirkstoffgehalt liegt aus Stabilitäts- und Geschmacksgründen oft unter dem von klassischen Kapseln oder Tabletten. Eine 2025 veröffentlichte Marktanalyse hebt hervor, dass alternative Formate zu Kapseln nun die Neueinführungen in Europa dominieren, aber ihr Zuckerzusatz je nach Marke 1 bis 5 Gramm pro Einheit erreichen kann. Für hochdosierte Wirkstoffe (Magnesium, Eisen, hoch dosiertes Vitamin D) bleiben Kapsel, Tablette oder Flüssigform besser geeignet.

Ist eine Brauseform für alle geeignet?

Nein, vor allem nicht für Personen mit Bluthochdruck oder natriumarmer Ernährung. Brausetabletten setzen ihren Wirkstoff rasch in einem grossen Glas Wasser frei, was die Einnahme und die gastrische Verdauung erleichtert, aber sie enthalten Natriumbicarbonat oder -carbonat für die Brausewirkung. Der Natriumgehalt variiert je nach Formulierung von mehreren zehn bis mehreren hundert Milligramm pro Dosis, das heisst bis zu einem Fünftel der von der WHO empfohlenen täglichen Höchstzufuhr (2 g Natrium). Personen mit natriumarmer Ernährung, Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz sollten die Natriumangabe auf dem Etikett prüfen oder andere Formen bevorzugen.

Warum eine orodispersible oder sublinguale Form anbieten?

Um den Verdauungstrakt zu umgehen und die Verfügbarkeit des Wirkstoffs zu beschleunigen. Die orodispersiblen Formen schmelzen auf der Zunge oder lösen sich rasch auf, und die sublingualen Formen platzieren den Wirkstoff unter der Zunge, wo die stark durchblutete Schleimhaut einen schnellen Übertritt ins Blut erlaubt. Eine klinische Studie 2023 zu Vitamin D3 beobachtete einen schnelleren und länger anhaltenden Anstieg des 25(OH)D-Blutspiegels mit einer orodispersiblen Form als mit einer klassischen Weichkapsel. Es ist auch eine praktische Antwort für Personen, die Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten haben.

Ist Pulver flexibler als die Kapsel?

Ja, Pulver erlaubt eine grammgenaue Dosisanpassung. Es eignet sich besonders für Wirkstoffe mit hoher Tagesdosis wie Kreatin, Proteine, bestimmte Aminosäuren oder Magnesium in intensiver Kur: ein Beutel oder Messlöffel ersetzt das Äquivalent mehrerer Kapseln. Der Nachteil betrifft die Messung: ohne Waage oder kalibrierten Löffel wird die Dosierung ungefähr. Pulver lösen sich in Wasser oder Saft auf, was die Einnahme erleichtert, aber bestimmte lichtempfindliche oder sauerstoffempfindliche Wirkstoffe nach der Rekonstitution exponiert.

Wird eine flüssige Form systematisch besser resorbiert?

Nicht immer, entgegen einer weit verbreiteten Annahme. Die flüssigen Formen zeigen oft eine schnelle Aufnahme, weil der Wirkstoff bereits gelöst ist, aber die endgültige Bioverfügbarkeit hängt vom verwendeten Salz, von der Matrix (ölig oder wässrig) und vom Einnahmezeitpunkt ab. Eine 2024 in Nutrients veröffentlichte Vergleichsstudie zu Magnesium zeigte, dass eine mikroverkapselte Form bei gleicher Elementardosis über sechs Stunden höhere Plasmakonzentrationen aufrechterhielt als ein Oxid, ein Citrat oder ein Bisglycinat. Die Wahl hängt also vom Paar Salz-Matrix ab, nicht allein vom Umstand, flüssig oder fest zu sein.

Quellen und Referenzen

11 Quellen
  1. Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel (VNem) — SR 817.022.14, Stand 1. Juli 2020. Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex.
  2. Salinas-Arellano E. et al. (2023). Phytochemical Profiles and Biological Studies of Selected Botanical Dietary Supplements Used in the United States. — Progress in the Chemistry of Organic Natural Products, Bd. 122, S. 1-162. DOI: 10.1007/978-3-031-26768-0_1.
  3. UCLA Health. Should you take gummy vitamins? — Universität von Kalifornien in Los Angeles, medizinische Synthese zur Zusammensetzung der Gummies (2 bis 8 g Zuckerzusatz pro typischer Portion) und zu deren Grenzen gegenüber klassischen festen Formen.
  4. VNem, Art. 1 und 2 — Definition und Inverkehrbringungsformen. — Schweizer Verordnung mit Definition der zugelassenen Darreichungen: Kapseln, Tabletten, Beutel, Ampullen, Tropfflaschen.
  5. Bano A. et al. (2023). A comparative absorption study of sucrosomial orodispersible vitamin D3 supplementation vs. a reference chewable tablet and soft gel capsule vitamin D3. — Frontiers in Nutrition, 10:1221685. Randomisierte klinische Studie, 45 Mangelerwachsene. DOI: 10.3389/fnut.2023.1221685.
  6. BLV (2022). Online-Umfrage zum Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schweiz. — Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Umfrage Demo SCOPE AG bei 1 282 Erwachsenen.
  7. Pajuelo D. et al. (2024). Comparative Clinical Study on Magnesium Absorption and Side Effects After Oral Intake of Microencapsulated Magnesium Versus Other Magnesium Sources. — Nutrients, 16(24):4367. Doppelblinde randomisierte klinische Crossover-Studie, 40 Erwachsene. DOI: 10.3390/nu16244367.
  8. Demehin O.A. et al. (2026). A Comparison of Marine and Non-Marine Magnesium Sources for Bioavailability and Modulation of TRPM6/TRPM7 Gene Expression in a Caco-2 Epithelial Cell Model. — Nutrients, 18(2):324. In-vitro-Vergleichsstudie an Caco-2-Epithelzellen. DOI: 10.3390/nu18020324.
  9. Tang W. et al. (2025). A comprehensive review on algae oil: Resources, production, encapsulation and application in food. — Food Research International, 217:116783. Review zur Verkapselung DHA-reicher Algenöle. DOI: 10.1016/j.foodres.2025.116783.
  10. Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sodium reduction — fact sheet. — WHO-Empfehlung: weniger als 2 g Natrium pro Tag (entspricht < 5 g Salz) bei Erwachsenen, zur Prävention von Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  11. BLV. Nahrungsergänzungsmittel: Verbraucherinformationen und Anwendungsempfehlungen. — Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, institutionelle Seite, regelmässig aktualisiert.

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